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Sonntag, 7. Juni 2015

Solar die zweite 2015 - Hollerblüten, Krapp, Cochennille

Von unten nach oben:
- Hollerblüten, ca. 15 Dolden
- Krapp 3 Handvoll
- Krapp 1 Handvoll und Cochenille 2 Handvoll

Eingeglast sind BFL und Shetland je ca. 100 g (BFL vielleicht etwas weniger), eingewickelt in Pongée 05 90x90 statt Wäschebeutel. Das Tuch wird dann natürlich getragen :) Diese Tücher sind noch Überbleibsel aus meinen Seidenmalzeiten; ich kaufte damals recht günstig ein und deswegen auf Vorrat.

Die Färbedrogen sind nicht ausgekocht; auf das Glas habe ich 4 gehäufte TL Alaun gegeben. Aufgegossen ist mit Regenwasser.

Dienstag, 2. Juni 2015

Eingegurkt 2015

Ich kann's nicht lassen ;)



Heute wanderten, jeweils von unten nach oben:
  • In ein Glas Blauholz, Schilf und Weinblätter zusammen mit Cashmere (oder Yak), Seidenhankies und einem Seidentuch.
  • In das zweite Glas Cochenille, Krapp, Rhabarberblätter und Weinblätter mit Yak, Seidenhankies und zwei Seidentüchern. Eines hätte ich beinah vergessen, das kam dann nicht in den Waschbeutel.
  • In das dritte Glas Blauholz, Schilf und Rhabarberblätter, zusammen mit Yak (oder Cashmere).
Die Fasern und Tücher bis auf das eine sind in Waschbeuteln, damit sich die Färbedrogen nicht so arg einhängen. In eines der Gläser kam außerdem noch ein bisschen Möhrengrün, das ich noch bei den Färbesachen fand. Alaun kam natürlich auch rein.

Das wäre vielleicht nicht nötig gewesen, denn ich gestehe, das ist der zweite Zug. Cochenille und Schilf sind nämlich die Gläser vom letzten Jahr :o Aber da nichts geschimmelt oder gegoren hat, das Schilf riecht einfach würzig nach Schilf, versuche ich es noch einmal. Es ist einfach noch so viel Farbe in der Flüssigkeit.

Krapp, Blauholz und die Blätter habe ich frisch zugegeben. Ich möchte versuchen, die Gläser möglichst nicht zu bewegen, weil mir letztens die Färbungen viel zu gleichmäßig geraten waren. Vielleicht bekomme ich dieses Mal so etwas wie einen Farbverlauf. Jetzt am Anfang drehe ich sie natürlich schon kurz um, damit sich das Alaun ein bisschen verteilt.

Vergessen habe ich, die Färbedrogen auszukochen. Das dürfte aber bei Blauholz und Krapp recht egal sein, die färben eh gut. Und ich habe schon Ergebnisse von anderen gesehen, die mit Rhabarber und Wein gut gelb gefärbt hatten, solar.

Aufgegossen ist das ganze mit Regenwasser. Vermutlich mit etwas Gerbsäure drin, denn hier rotten so allerlei Blätter auf den Dächern, die auch mit in die Regentonne rutschen.

Samstag, 2. August 2014

Solarfärbeexperimente

Außer den Efeubeeren und den Geranienblüten hatte ich noch Apfelbaumrinde, Birkenrinde, Alkanna und Krapp mit einem Klacks Cochenille in Gläsern; jeweils ungefähr 1:1 außer der Cochenille, das war wirklich nur so zwei Esslöffel voll. Die Gläser standen so ca. 4 Wochen in der Sonne, mal mehr, mal weniger davon :)

Die Apfelbaumrinde ergab ein relativ zartes Dottergelb; die Birkenrinde ein noch zarteres Gelb, Alkanna ist ein Kandidat für eine Überfärbung.
v. l. n. r. Alkanna, Birkenrinde, Apfelrinde, Krapp / Cochenille
Letztens färbte ich mit Holunderblüten und -blättern, nicht im Glas, aber vor der Hauswand. Diese konnte ich nur ca. 1 Woche in der Oskartonne lassen. Das Gelb der Blüten wurde sehr kräftig, das der Blätter zarter, vergleichbar in etwas mit der Birkenrinde aber mehr Richtung Zitronengelb gehend.

Ich möchte in diese Richtung noch weiter experimentieren. Plan ist
  • weiterhin die Färbedrogen auskochen,
  • eine Mörtelwanne zweckentfremden: die Gläser hineingeben und die Wanne abdecken,
  • mir endlich mal aufschreiben, wann ich was angesetzt habe. Direkt auf's Glas. Sonst kann ich es kaum noch zuordnen, habe ich festgestellt.
Die Mörtelwanne deswegen, weil es darin recht warm werden müsste bei Sonneneinstrahlung. Ich glaube nämlich nicht an Lichteinwirkung beim Solarfärben, wohl aber an Strahlungswärme. Der Effekt sollte in einer schwarzen Wanne deutlich besser zum Tragen kommen. Dann ist die Kaltfärbung zwar nicht mehr wirklich kalt, aber die Temperaturänderungen gehen langsam, die Wolle wird nicht bewegt und es sollte somit schonend sein. Außerdem muss ich nicht Händchen halten, wie beim Topffärben :)

Mittwoch, 11. Juni 2014

Solarfärbungen

Ja, auch ich wurde angesteckt. Und es lässt sich gut an (ok, mal sehen, was nach dem Spülen übrigbleibt...)
Im ersten Glas ist ein kaltgebeizter Kammzug mit gekochten Efeubeeren. Ich hatte noch uraltes Blauholz und Cochenille aus der selben Zeit; diese kippte ich kurzerhand ohne einweichen oder kochen mit dazu. Damit es nicht gärt, kippte ich Essigessenz dazu, bisher hat es funktioniert.

Die Farbe ist im Moment ein tiefes Burgunderrot, das hätte ich blauer erwartet, eher Richtung Aubergine.

Efeuglas



Dann hatte ich Geranienblüten. Die kamen in kleines Glas mit Kaltbeize, Kammzug und ungebeizten Seidenhankies. Und auch ein Schuss Essigessenz rein, vorsichtshalber. Spannenderweise ist dieses Glas sehr bläulich, so, wie ich es von Blauholz erwarten würde. Pflanzenfarben... Und nein, ich habe die Gläser nicht verwechselt :))


Geranienglas

Die Geranie dazu


Sonntag, 12. Januar 2014

Versuche mit Kaltfärbung

Nachdem die kalte Beize so gut klappt - oh, hatte ich noch gar nichts dazu geschrieben? Ich beize inzwischen mit Kaltbeize nach J. Herborth, quasi essigsaure Tonerde selber angerührt, wenn ich das so unscharf formulieren darf - versuche ich vermehrt, auch kalt zu färben.

Angefangen habe ich letztens mit Krapp, die wurde schon ganz schön. Nun habe ich einen kalt gebeizten Wollstrang kalt mit Ratanhia gefärbt. Das ergab ein schönes Rot-Orange (oder Orange-Rot, je nach Sichtweise :) ). Den Ratanhia-Strang überfärbte ich zur Hälfte mit Cochenille, auch kalt. Wenn die Wolle gewaschen und trocken ist, also nicht vor nächstem Sonntag, gibt es vielleicht ein Bild - wenn mich jemand erinnert oder ich selber dran denke ;)

Über Lichtechtheit etc. kann ich im Moment natürlich noch nichts sagen.

Die Wolle kommt dann auch in den Poncho, zusammen mit der Henna-Färbung, die gleich in den Kübel wandern wird. Zu diesem Strang wird auch ein ungebeizter Kammzug wandern, ich bin gespannt, was herauskommt. Haare beize ich nämlich auch nicht, und die Färbung hält immer lange...

Die Vorgehensweise ist:
  • Färbedroge einweichen und aus"kochen" (bis so max. 50-60° C bei den Rottönen)
  • Farbsud durch ein Tuch in eine Tonne laufen lassen und mit Wasser ergänzen
  • gebeizte Wolle in die Färbeflotte geben, mit der Färbedroge in einem Tuch eingebunden, und einige Tage färben lassen
Ich gewinne damit die Vorteile, kleinere Kochtöpfe zu brauchen und trotzdem Platz für die Wolle zu haben, die Wolle zu schonen, das Färben besser im Zeitmanagement unterzubringen (ich muss nicht dabei bleiben, die Wolle liegt ganz geduldig im kalten Bad) und Energie zu sparen. Die Tonnen kann ich ordentlich zumachen, die haben einen Klemmdeckel und sie sind wesentlich preisgünstiger als Töpfe in dieser Größe.

Wenn ich mich einmal endlich traue, möchte ich verschiedene Farbstoffe direkt kalt färben, ohne sie vorher auszukochen. Mit Henna möchte ich anfangen; das sollte funkionieren, denn, s.o., Haare färbe ich auch nicht kochend, das mag meine Kopfhaut nämlich nicht ;)

Ok, nach dem Waschen - waschecht ist die Sache nicht so. Es ist ein trotzdem sehr schönes Apricot übrig geblieben. Mal sehen, was die Wolle spricht, wenn sie trocken ist.